Rita-Maria Schwalgin

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1952

Kassel

Schwerpunkt:
Architekturfotografie

 

 

 

 

Die Dortmunder Künstlerin Rita-Maria Schwalgin bringt ein durch ein Architekturstudium besonders geschultes Auge in ihre Fotokunst ein. Dadurch sehe sie die Architektur anders, erläutert sie selbst. „Mich fasziniert, was Gebäude mit ihrer Umgebung machen.“ Eindrucksvoll und einfühlsam hat sie jedoch auch dokumentiert, was die Umgebung mit Gebäuden macht – insbesondere nach der Verwandlung einer traditionsreichen Zeche in einen See und ein Zentrum für Nanotechnologie. Acht Jahre lang hielt sie die Verwandlung vom Stahlkochen zur Freizeit- und Forschungsstätte „Phoenix“ in mehreren hundert Aufnahmen fest. Schwalgin versteht sich jedoch nicht nur auf Architekturfotografie. In einem Statement gegen Genitalverstümmelung inszenierte sie ein eindringliches Symbol: Blut, das aus einer weißen Rose tropft – also Grausamkeit inmitten scheinbar unschuldiger Idylle.

Geboren 1952 und aufgewachsen in Kassel, absolvierte Schwalgin von 1971 bis 1977 ein Architektur-Studium mit Dipl.-Ing.-Abschluss in Hannover. Als Mutter von drei Kindern und Großmutter von drei Enkeln sowie als Texterin und politisch bei den Grünen engagierte Frau steht sie mitten im Leben, betont jedoch gleichzeitig mit einem eigenen Atelier in der Künstlergemeinschaft Atelier 21 (in der Dortmunder Zimmerstraße 21) ihre künstlerische Ader.

Ursprünglich mehr der Malerei und dem Zeichnen zugewandt, ist nach eigenen Worten die Fotografie inzwischen in ihren Fokus gerückt. Sie nennt ihre Fotografie „direkt und unverfälscht“. Dabei verschiebt sie gerne den Blickwinkel. Und statt sich am „Goldenen Schnitt“ zu orientieren, gewinnt sie durch Zentral-Perspektiven und überzeichnete Fluchten oder extreme Details neue Eindrücke. Es gehört zu ihren Ansprüchen, „Dinge neu zu sehen“ und damit pointierte Aussagen zu treffen. Das Werk, von ihr auch „Ab-Bild“ genannt ergänzt sie zuweilen auch durch weitere Elemente und Materialien bis hin zur Dreidimensionalität.

Text: R.M. / fotokunst-in.de