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Die 1967 in Stuttgart geborene und seit den 90er Jahren in Berlin lebende und wirkende Fotokünstlerin Alexandra Schraepler ist über die Beschäftigung mit architektonischen und städtebaulichen Details und Spiegelungen anderer Bezüge in das aktuelle Wahrnehmungsfeld des Fotografen hinein in Kombination mit den Möglichkeiten computergestützter Bildbearbeitung zu einer neuen Fotokunstgattung gekommen: „Transformation“ nennt Schraepler ihre Kunstwerke mit bemerkenswert gestalterischer Kraft. Damit ist die Richtung treffend umschrieben. Sie transformiert vorhandene Fotografien. Aber anders als in dem Film „Transformers“ verwandelt sie nicht einfach reale Gegenständlichkeit in eine andere Gegenständlichkeit, sie schafft den Sprung von Realität in ungegenständliche Emotion.
Nach ersten Studien an der Freien Kunstschule in Stuttgart (1986 bis 1987) wandte sich Schraepler an der Universität der Künste in Berlin zunächst dem Studium der Freien Künste zu (1988 bis 1995), nahm zwischendurch ein Stipendium am Royal College of Art In London wahr und fügte ein Studium der Kunstpädagogik (1994 bis 1997) hinzu, das sie mit dem Ersten (1997) und Zweiten Staatsexamen (1999) in Bildender Kunst abschloss. Von 2000 bis 2002 übernahm sie eine Lehrtätigkeit an der Technischen Universität in Berlin, seit 2001 arbeitet sie als Kunstdozentin an einem Potsdamer Gymnasium. In zahlreichen Ausstellungen macht sie seit 1994 auf ihr Talent aufmerksam.
Mit ihren „Transformationen“ löst Schraepers Räume genau so auf wie Ebenen, Formen und reale Farbverläufen, lässt sie in zupackender Art ins Irreale verlaufen. Schraepler ist gewissermaßen ein Salvador Dali des 21. Jahrhunderts. Wo er noch Uhren schmelzen ließ und erste Versuche anstellte, fotorealistische Malerei um eine surreale Ebene zu ergänzen, zeigt Schraepler, welche expressionistische Kraft in simplen Stilleben stecken, wenn der Künstler nur entschieden genug, gewissermaßen mit kräftigem Pinselstrich, die vorgefundene Dokumentation in ein emotional mehrdimensionales Dokument verwandelt. So bekommt ein Karussell in einem Freizeitpark in Orlando durch seine Bearbeitung in Berlin eine neue Dynamik, völlig beiläufige Details werden zur Initiation aufregender Farb- und Formverläufe. Schraepers Werke gleichen einer Synthese, und zwar aus der These, die einer relativ eingeengten Realität entwächst, und einer Antithese aus einer grundsätzlich grenzenlosen Vielfalt expressionistischer Formen und Farben. Das Ergebnis lässt Schraepers in reizvolle Kontraste in Form von Diptrychen, Triptychen oder Reihungen fließen.
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