Susan Hiller
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1942 |
Tallahassee / Florida |
Schwerpunkt: |
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Die 1942 in Tallahassee, Florida, geborene amerikanische Konzeptkünstlerin Susan Hiller arbeitet in der Regel unter Einsatz verschiedener Medien, darunter auch der Fotografie. Hiller studierte am Smith College, Mass., und an der Tulane University in New Orleans. Ihre Kunst setzt an der Wahrnehmung der Wirklichkeit an und greift beispielsweise Ausschnitte heraus, um darin multimedial die Vergangenheit zu spiegeln und dem Vergessen zu entreißen. So geschah es etwa in der Auseinandersetzung mit „Helden“ in London, ihrer Wirkungsstätte seit den 70er Jahren. In der Installation „Monument“ (1980/81) kombinierte sie 41 Farbfotografien von Gedenktafeln für Londoner, die im Einsatz für die Rettung anderer starben mit einer Parkbank, auf der sich der Betrachter niederlassen und über Kopfhörer meditative Skizzen über Tod, Heldentum und Unsterblichkeit verfolgen konnte. 2008 präsentierte sie in dem Werk „Der letzte Stummfilm“ Stimmen, die in bereits ausgestorbenen Sprachen aus einem völlig dunklen Fernseher ertönten, also aus dem Dunkeln an ein früheres Leben erinnerten. Auf großes Interesse traf auch Hillers „J Project“. Ganz bewusst reduzierte sie den Titel auf den Buchstaben, der in der Zeit des Nationalsozialismus Juden in den Pass gestempelt wurde, um sie buchstäblich abzustempeln. Gleich zu Beginn eines Stipendienaufenthaltes des Deutschen Akademischen Austauschdienstes stolperte sie in Berlin über die „Jüdenstraße“. Schnell fand sie heraus, dass es allein in der Hauptstadt noch zahlreiche weitere Zeugnisse des Judentums in der alltäglichen Straßenbezeichnung gibt. Sie reiste im Folgenden durch zahlreiche Städte und Regionen und fotografierte diese Orte. Sie habe „in einer Art Wallfahrt“ diese Orte aufsuchen wollen, und zwar „in erster Linie um zu verstehen“, die Idee, ein Kunstwerk zu schaffen, sei zweitrangig gewesen, berichtete Hiller. Auch für das „J Project“ wählte Susan Hiller verschiedene Medien, Zu den Fotografien von den 303 aufgesuchten Orten stellte sie eine Landkarte, ein Orts- und Straßenverzeichnis, eine Videoinstallation und ein Ausstellungsbuch. Zumeist setzten sich die Anwohner derartiger „Judenstraßen“ wenig mit den historischen Bezügen auseinander. In einem Fall erfuhr sie sogar, dass ein kleines Haus am Marktplatz, das nun als Kühlraum für geschlachtete Schafe dient, früher eine jüdische Synagoge gewesen sei. Zu ihrer Intention stellte die Künstlerin fest, sie habe „ruhig dokumentieren und nicht interpretieren“ wollen. Hiller: „Die Auslegung meiner Arbeit überlasse ich der Vorstellungskraft des Betrachters. Man weiß ja, wie die Geschichte endete.“ |
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