Charles Compère

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1935

 

 

Schwerpunkt:
Landschaftsfotografie

 

 

 

 

 

Professor Charles Compère, geboren 1935, war ein Vierteljahrhundert lang Lehrbeauftragter für Fotografie an der Bergischen Universität in Wuppertal. Viele Studenten des Fachbereiches Kunst und Design erinnern sich an seine fotopädagogischen Initiativen, mit denen er seinen Schülern den Grundsatz „Fotografieren heißt Sehen“ nahezubringen versuchte. Nach dem Eintritt in den Ruhestand begann er, von Köln aus als freischaffender Fotograf zu arbeiten.

Einem breiten Publikum ist er mit seiner „visuellen Seduktion“ bekannt geworden. Compère will also, wörtlich ausgedrückt, sehend verführen. Und tatsächlich verführen seine großformatigen Bilder dazu, mit den Augen auf Wanderschaft durch eine zunächst schwer zu erfassende Landschaft zu gehen, in der man viele Einzelheiten zu erkennen scheint, aber nicht die Landschaftsverläufe als gewohntes Ganzes. Dahinter steht Compères Antwort auf die zunehmende Digitalisierung der Fotografie. Wenn Photoshop-Benutzer sich Teile verschiedener Landschaftsbilder zusammen klauben und die Pixel neben- und über- und durcheinander ansiedeln, hält Compère an der Analog-Technik fest und zeigt deren ganze entfremdende und kompositorische Gestaltungskraft: Auf großformatigem Diafilmmaterial fängt er durch Mehrfachbelichtungen verschiedene Landschaften zu verschiedenen Zeiten auf. Das Ergebnis sind „Schichtungen“, die eine faszinierend unnatürliche Natur entstehen lassen – und damit auch die Farben dunkler, greller oder völlig verändert präsentieren.

Im Grunde liefert Compère damit fotorealistische und doch schemenhaft verwischte Gemälde, die zwischen expressionistischen und impressionistischen Elemten changieren. Compère dokumentiert und komponiert zugleich, seine Landschaften sind real und irreal zugleich, er überwindet damit sowohl die Zeit als auch den Raum und fügt diese neu zusammen. Mit 1:1-Fotografien im Ausmaß von immer wieder zwei Quadratmetern und mehr zollt Compère der überwältigenden Landschaft Respekt und zwingt zu einer intensiveren Auseinandersetzung mit der Natur und ihren Formen, Farben und Verläufen.

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Text: R.M./fotokunst-in.de