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So wie der amerikanische Fotograf Jim Brandenburg die weltweite Netzgemeinschaft auf seiner Homepage willkommen heißt, so ist sein Werk: Er macht sich auf , mit einem kleinen Boot trotz noch eisbedeckten Wassers in die Natur hinaus zu fahren, und nimmt dabei die Betrachter mit in ein unvermutet prächtiges Panorama scheinbar unberührter Naturschönheit. Klick. Es ist seine Philosophie, die „Seele“ der Natur spürbar zu machen und Respekt vor der Umwelt zu wecken. Dafür ist er vielfach ausgezeichnet worden. Als es darum ging, die 40 einflussreichsten Naturfotografien aller Zeiten zu küren, war Brandenburg gleich mit vier Bildern dabei. Er gehört zu den einflussreichsten Naturfotografen der Welt. Er selbst versteht seine Arbeit weiter, sieht sich auch als Filmemacher und Schriftsteller. Alles greift für ihn ineinander, um für den Erhalt der Umwelt zu werben.
1945 in bäuerlicher Umgebung Minnesotas geboren, entdeckte er die Fotografie für sich schon sehr früh als Berufung. Die Kunst faszinierte ihn, und er wollte es ganz genau wissen, studierte in Minnesota Kunstgeschichte, beschäftigte sich mit den Werken französischer Maler, mit den Skizzen eines Albrecht Dürer, um auch für sich selbst herauszufinden, wie es der Künstler anstellt, in einem Bild eine Geschichte zu erzählen. Die ersten zehn Jahre wurde er mit dem Metier der Fotografie als Zeitungsfotograf für den Worthington Daily Globe heimisch. Von 1978 an fotografierte er dann großartige Naturreportagen für National Geographic und weitere Magazine von Weltruhm. Die Serien erzielten so viel Zuspruch, dass der Verlag eine ganze Reihe davon in extrem erweiterter Variante als Bücher veröffentlichte.
Brandenburg wurde berühmt etwa mit seinen Wolfsbildern, die er auf Ellesmere Island bei einigen Rudeln gewann, die bis dahin kaum Kontakt mit Menschen gehabt hatten. Ausdauer, Geduld und die Bereitschaft, auch 300 Filme einzusetzen, um eine Handvoll wirklich herausragender Aufnahmen vom ultimativ besten Moment einer Tier- und Naturszene zu gewinnen, stehen hinter seinen legendären Naturfotokunstwerken. Aber dieser ungeheure Materialeinsatz frustrierte ihn auch und ließ ihn 1994 ein besonderes Experiment starten: 90 Tage lang zwang er sich, an jedem einzelnen Tag immer nur ein einziges Bild zu machen, auf das er sich somit umso intensiver vorbereitete. „Gejagt vom Licht“ nannte er diese Serie, die natürlich weltweit neue Faszination für das Potenzial dieses Künstlers weckte.
Die Verleihung des UN-Umweltpreises für Brandenburg begründete die Weltorganisation damit, dass er es schafft, die Weltöffentlichkeit auf ökologische Themen zu lenken. Diese Überzeugung spricht nicht nur aus jedem einzelnen seiner Aufnahmen. Er hat mit seiner Frau zusammen auch eine Stiftung ins Leben gerufen, um die Prärie-Landschaft im südwestlichen Minnesota herauszuheben und zu erhalten.
„Unberührte Vision“ steht zu Recht über seinem Lebenswerk. A pristine vision lautet denn auch der Titel der ersten Retrospektive, die 2011 zunächst in Schleswig und dann in Iserlohn zu sehen war. Er kam zur Eröffnung gerne nach Schleswig, schließlich lebte sein Großvater im nahegelegenen Idstedt, von wo dieser sich 1880 auf den Weg nach Iowa machte. Ihm ging es darum, auf fruchtbarer Natur Lebensmittel anzubauen. Sein Enkel erfüllt die Mission, die Natur selbst als Lebens-Mittel begreiflich zu machen und zu ihrer Konservierung beizutragen.
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