Laura Bielau

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1981

Halle / Saale

 

Schwerpunkt:
Subjektive Dokumentation

 

 

 

 

 

Laura Bielau hat sich, wiewohl erst 1981 in Halle/Saale geboren, bereits seit fast einem Jahrzehnt einen guten Namen unter den vorwärtsstrebenden deutschen Fotokünstlern gemacht. Mit 21 tauchte sie erstmals unter den Preisträgern ganz vorne in Wettbewerben auf, und seitdem ist sie Jahr für Jahr mit Auszeichnungen, Einzel- und Gruppenausstellungen präsent.

Einer Ausbildung zur gestaltungstechnischen Assistentin (1997) folgte eine Fotografen-Ausbildung (1999), dem sich zunächst ein Grafik- und Buchkunst-Studium (2002) und dann ein Kunst- und Design-Studium in Helsinki (2004) anschloss, bevor sie sich 2005 in Leipzig dem Studium der Fotografie widmete, es 2008 bei Prof. Timm Rautert abschloss und Meisterschülerin bei Prof. Peter Piller wurde.

Bielau erbringt mit zahlreichen Aufnahmen den Nachweis, dass die Fotokunst ständig neue Innovationen und Interpretationen braucht, um nicht zu verharren. Sie nahm sich zahlreicher Meister der Fotografie-Geschichte nicht einfach nur in Zitatform, sondern in inhaltlicher Auseinandersetzung und Weiterentwicklung an. Mit ihr verbunden ist für ein breiteres Publikum vor allem die Serie „Color Lab Club“ – eine wahrhaft innovative Auseinandersetzung mit der Geschichte der Fotografie, die über Jahrhunderte in der analogen Welt untrennbar mit der Dunkelkammer verbunden war. Sie lässt diese Welt in doppeltem Wortsinn lebendig werden, indem sie es wagt, ausgerechnet dort, wo die gefährdeten und ungeschützten Filme außerhalb der Kamera den Weg in die Wirklichkeit finden, selbst Aufnahmen zu machen. Diesen „Darkroom“ lädt sie mit Hilfe professioneller Models dabei sexuell auf und stellt auch hier einen doppelten Assoziationszusammenhang her.

Das Prinzip der Assoziation steht immer wieder Pate in ihren Bildern, in denen sie sich mit „Scud“, der Jagd also, beschäftigt und zum Beispiel einen Zusammenhang herstellt zwischen dem „Rückbau“ überflüssig gewordener Häuser in Ostdeutschland und den Gefahren, die vom Atommüll ausgehen, diesen wiederum in eine Beziehung setzt zu getöteten und präparierten Tieren: Auch ein Kommentar zur Energiedebatte in Deutschland. Es ist zu spüren, dass Bielau mit ihrem Potenzial für atmosphärisch dichte und spannungsgeladene Dokumentation noch für manche überraschende Assoziationen und überzeugende subjektive Interpretationen gut ist.

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Text: R.M./fotokunst-in.de